Was erwarten Sie von einem BIM-Manager?

Sie wollen BIM-Projekte umsetzen. Sie wollen einen BIM-Manager einstellen. Sie wollen einen Mitarbeiter als BIM-Manager ausbilden lassen. Welche Erwartungshaltung haben Sie an einen BIM-Manager?

Vor einigen Jahren ist BIM als Begriff und als Methodik entstanden. BIM hat die ersten Personen begeistert (Early Adopter) und die ersten BIM-Projekte wurden umgesetzt. Nach der Umsetzung von mehreren BIM-Projekten haben sich dann die ersten Projektleiter BIM-Manager genannt. Dies wiederum hat andere dazu animiert, sich ebenfalls BIM-Manager zu nennen. Auf dem gleichen Wege sind die BIM-Koordinatoren entstanden.

Mit Sicherheit erwarten Sie, dass der BIM-Manager BIM-Basiskenntnisse mitbringt. Basis-Kenntnisse werden mittlerweile von vielen Anbietern vermittelt. Hin und wieder werden auch im Rahmen der Lehrgänge Zertifikate ausgegeben. Trotzdem wird es Ihnen schwerfallen, bei einem Bewerbungsgespräch auf Basis eines Gespräches oder der eingereichten Unterlagen, den Grad und den Umfang des tatsächlichen Basiswissens zu erkennen.

Nachfolgende Fähigkeiten sollte ein BIM-Manager auf alle Fälle haben oder sich über eine Ausbildung aneignen:

1. Der BIM-Manager sollte in der Lage sein, alle geforderten Punkte in einem BAP (BIM Ablauf Plan) zu kennen, zusammenzustellen und aktiv umzusetzen. Die Erstellung eines BAP liegt in der Hand des Bauherrn. Der BIM-Manager des Auftragnehmers sollte den BIM-Manager des Auftraggebers (hin und wieder auch BIM-Informationsmanager) genannt, beratend und helfend zur Seite stehen. Der BAP ist ein Gemeinschaftswerk. Sollten Änderungen und Ergänzungen notwendig sein, werden diese gemeinsam beschlossen.

2. Der BIM-Manager sollte in der Lage sein, unterschiedliche Teams in den jeweiligen BIM-Phasen kooperativ und transparent zu führen und die jeweilige BIM-Phase produktiv umzusetzen.
Wie unterstützen die Unternehmen ihre aktiven und zukünftigen BIM-Manager?

Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, dass aktive Projektleiter in den Unternehmen die Rolle eines BIM-Managers übernehmen oder übernehmen könnten. Sie benötigen dann eine Zusatzausbildung um sich mit den geforderten Punkten im BAP auseinandersetzen zu können. Sie sind keine Fachplaner oder BIM-Koordinatoren. Sie müssen keine IFC-Dateien bearbeiten. Sie müssen die BIM-Prozesse verstehen und den Team-Mitgliedern erläutern können, was sie von ihnen erwarten.

Projektleiter arbeiten immer mit Teams und in Teams. Oft machen Sie eine Ansage und das Team muss sich danach richten. BIM ist ein Kulturwandel. Ein einfaches Leiten reicht zukünftig nicht mehr aus. BIM-Projekte erfordern eine kooperative und transparente Zusammenarbeitet des gesamten Teams. Je besser dies klappt, desto produktiver wird das BIM-Projekt. An dieser Stelle müssen viele erst einmal umdenken. Eine einfache Zusatzausbildung mit Wissensvermittlung reicht bei der Umstellung nicht aus.

Wenn die Projektleiter ausschließlich ihre bestehenden digitalen Hilfsmittel MS Projekt, Asta Powerprojekt, Excel, Outlook-Kalender, E-Mail, Telefon usw. einsetzen, erschwert es dem Projektleiter den Kulturwandel in den Griff zu bekommen. BIM-Prozesse können noch so gut beschrieben werden, wenn dem zukünftigen BIM-Manager keine passenden digitalen Werkzeuge zur Unterstützung bereitgestellt werden, wird der BIM-Manager nur mit Mühe oder erst nach längerer Zeit die Umstellung seiner Arbeitsmethodik schaffen. Der Wunsch nach Steigerung der Produktivität wird dann bis auf Weiteres ausfallen. Es liegt nicht am BIM, es liegt an Ihren BIM-Managern. Der Ball liegt in Ihrem Spielfeld. Sie als Unternehmer sind an der Reihe und müssen aktiv werden. Ihr Team braucht Ihre Hilfe und Ihre BIM-Manager benötigen neue digitale Hilfsmittel.

Deshalb gehört zu der Eingangsfrage „Was erwarten Sie von einem BIM-Manager?“ auch die Frage „Wie kann ich meinem BIM-Manager helfen, meine Erwartungshaltung zu erfüllen?“.

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