Praktische Anwendung und digitale Umsetzung der VDI Richtline 2552 Blatt 7 „BIM – Prozesse”

In vielen Publikationen ist der BIM-Prozess in den vergangenen Jahren von unseren BIM-Spezialisten dargestellt und beschrieben worden. Die entstandenen Ablaufdiagramme sind sehr detailliert und deshalb sind die Grafiken auch sehr groß und unhandlich. Sie sind hervorragend dafür geeignet, sich einen Überblick über den kompletten Ablauf zu verschaffen und sind ein Muss für jeden, der sich mit dem Thema BIM intensiv auseinandersetzen möchte.

Aber wenn es um die konkrete Umsetzung der vielfältigen Aufgaben in einem BIM-Prozess im Tagesgeschäft geht, dann sind die Prozessablaufpläne sehr unhandlich. Ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass es an dieser Stelle nicht um den sachlich korrekten Inhalt, sondern um die praktikable Umsetzung geht. Vielleicht bin ja nicht nur ich bei der Betrachtung zu diesem Schluss gekommen.

BIM ist ein Kulturwandel. Zu einem Kulturwandel gehört ebenfalls, dass jeder seine eigenen bisher gelebten Methodiken und digitalen Hilfsmittel in Frage stellen sollte. Jeder von ihnen wird erst einmal versuchen, die BIM-Prozesse mit seinen Projektstandards abzubilden. Viele werden dabei sehr nachdenklich geworden sein, weil sie es nicht geschafft haben. So begibt man sich auf die Suche, der eine früher, der andere später oder man macht das, was wir an vielen unserer Politiker nicht mehr so schätzen: Man findet schöne Worte und vertagt erst einmal das Thema. In diesem Fall wartet man ab, bis die VDI-Richtlinie veröffentlicht wird.

Oder man macht es so wie ich und gibt sich nicht damit zufrieden. BIM ist ein Kulturwandel. BIM verändert unsere Arbeitsprozesse. BIM macht eine andere digitale Umsetzung erforderlich. Etwas anders zu machen und alte Vorgehensweisen in der Projektorganisation abzuschaffen, kann bei der Einführung von BIM sehr hilfreich sein.

Auf dem Bild sehen Sie drei Kanban-Prozessboards, die untereinander verbunden sind. Die drei Prozessboards bilden den gesamten Geltungsbereich des BAP (BIM Ablauf Plan) ab, also die BIM-Phasen Entwicklung, Planung und Bauausführung. Zusätzlich integriert ist der Übergang von LOD/LOI 400 zu 500, eine Dokumentationsunterstützung, ein Mangelmanagement und für denjenigen, der es benötigt, eine Integration zum Qualitätsmanagement DIN EN ISO 9001:2015. Die Kanban-Boards werden flankiert durch individuelle Projektstrukturpläne mit Kalenderbezug. Über die Projektstrukturpläne ist eine Integration des Last Planner® Systems realisiert worden. Alle Sichtweisen auf das Projekt sind grafisch. In allen Ansichten kann man aktiv arbeiten.

So individuell Ihre Unternehmen sind, so individuell lässt sich das digitale System anpassen. Wenn dann die VDI 2552 Blatt 7 in der endgültigen Form erscheint, könnte man das digitale System noch in einem laufenden BIM-Projekt aktiv anpassen.

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar