Ist BIM ein Wettbewerbsvorteil?

Auf dieser Webseite diese Frage zu stellen, ist schon ein wenig riskant. Riskant ist nicht die Frage an sich, aber egal welche Antwort ich jetzt auf die Frage gebe, muss ich damit rechnen, entweder von den Befürwortern oder den Gegnern von BIM Widerspruch zu erhalten.

Was hat BIM mit Wettbewerb zu tun? Im Grunde eigentlich gar nichts. BIM ist die Bezeichnung für einen großen digitalen Prozess von der Idee, über die Planung, über die Erstellung, über die Bewirtschaftung bis hin zur Entsorgung eines Gebäudes oder Bauwerkes. Dabei geht es nicht um irgendeinen Wettbewerb, sondern darum, dass alle, die an diesem Prozess beteiligt sind, gemeinsam erfolgreich sind und möglichst nachhaltig mit allen Sourcen umgehen.

Bevor es mit dem Projekt beginnt, stehen die unterschiedlichen Bietergemeinschaften im Wettbewerb zueinander. Da kommen wir nun zu zwei denkbaren Szenarien: Dem Investor ist es egal, ob das Projekt mit BIM erstellt wird oder es ist ihm nicht egal. In beiden Fällen will er eine bestimmte Summe investieren und wird zuerst auf den Preis und seine Rendite schauen. Wie Sie dann das gewünschte Ergebnis erzielen, ob durch eine nachhaltige Vorbetrachtung unter der Berücksichtigung von BIM oder durch verkäuferisches Talent, ist erst einmal nicht entscheidend. Vielleicht haben Sie das Glück, dass der Investor aufgrund Ihrer fundierten Berechnungen nachdenklich wird. Dann wäre BIM ein kleiner Wettbewerbsvorteil. Wenn der Investor auch der spätere Nutzer des Gebäudes ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass BIM ein Wettbewerbsvorteil ist.

Wenn der Investor aber von vorherein – so wie die Bundesregierung es ab 2020 machen will – auf den Einsatz von BIM besteht, dann konkurrieren Sie mit anderen Anbietern, die ebenfalls BIM im Projekt einsetzen. Dann ist BIM kein Wettbewerbsvorteil mehr, sondern eine zwingende Voraussetzung zur Teilnahme an dem Projekt. Wie gut dann die Anbieter BIM umsetzen können, ist dann erst einmal nicht gefragt, sondern wieder der Preis.

Wann ist denn nun BIM ein Wettbewerbsvorteil? Gibt es ihn bei BIM überhaupt? Das hängt dann ein wenig von Ihrer Einstellung zu BIM ab? Kurzfristig können Sie sich mit ein paar Unternehmen zusammenschließen und gemeinsam BIM-Projekte umsetzen. Sie entwickeln dann ein geschlossenes BIM. Für Konzerne ist es ein heute schon realisiertes Konzept das funktioniert. Aber der Mittelstand muss flexibel bleiben und sich in unterschiedlichen Partnerschaften bewähren. Das bezeichnet man dann als offenes BIM.

In den nächsten zwei bis drei Jahren mag eine geschlossene BIM-Strategie für den Mittelstand erstrebenswert sein. BIM bedeutet aber auch, dass sich jedes einzelne Unternehmen kontinuierlich zum Thema BIM weiterentwickeln muss. BIM bedeutet auch lebenslanges Lernen und lebenslanges Optimieren von Prozessen. Geschlossene BIM-Strategien „kochen irgendwann in Ihrem eigenen Saft“. Nur offene BIM-Strategien helfen dem Mittelstand auf Dauer weiter.

Ist BIM ein Wettbewerbsvorteil? Nur wenn Sie BIM nicht als Datenaustausch von dreidimensionalen Dateien und digitalen Informationen betrachten und sich möglichst in kleinen Verbänden abschotten, sondern den Wunsch haben, sich kontinuierlich zu verbessern und offen und transparent in wechselnden Teams zusammenzuarbeiten, dann haben Sie einen wirklichen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil anderen gegenüber.

Aber das wichtigste überhaupt ist: Fangen Sie noch heute mit BIM an! Reden Sie nicht darüber, sondern werden Sie aktiv. Wenn Sie Hilfe benötigen, habe ich die passenden Kontakte für Sie.

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar